Aktuelles

Jungzüchterreise SBJV 18.02.2012

 

Interessante Einblicke in eine kleine Braunviehpopulation
Wie jedes zweite Jahr organisierte die Schweizerische Braunvieh Jungzüchter Vereinigung (SBJV) 2012 wieder eine zweitägige Vereinsreise. Wiederum wollte man sich inspirieren zu lassen und neue Trends für die eigene Zucht mit nach Hause nehmen. Ebenfalls kamen die gemütlichen und kulinarischen Aspekte bei dieser Reise nicht zu kurz.
 
Am Samstag 18. Februar ging es für einige Teilnehmer sehr früh los, denn bereits um 4.45 Uhr stiegen die Ersten in Uznach in den Reisebus ein. Jene Teilnehmer, die in Zug zustiegen, konnten das Bett ein bisschen länger geniessen. Nachdem die Gruppe komplett war, ging es weiter Richtung Basel, wo wir die Schweiz verliessen und Richtung Burgund fuhren. Insgesamt waren 55 Jungzüchter mit von der Partie.
 
 
Pünktlich um 10 Uhr erreichten wir unser 4-Sternhotel in Dijon, wo der erste Halt anstand, um das Gepäck zu deponieren. Danach ging es weiter nach Chatillon-sur-Seine, wo wir bereits sehnsüchtig für das Mittagessen erwartet wurden. Nach einem guten französischen Essen, ging es nach Chassagne-Montrachet auf den Betrieb Gaec des Brumonts. Der Betrieb liegt auf einem Hochplateau, umfasst 120 Hektar und wird vom Betriebsleiter alleine bewirtschaftet. Die 600’000 Liter Milch werden mit 80 Stück Vieh gemolken. Die durchschnittliche Milchleistung der Herde beträgt 8’500 Liter mit 3.7% Eiweiss.
Diesen Sommer plant er mit seinen Tieren zu seiner Frau zu ziehen, um danach in einer Betriebsgemeinschaft 1,2 Millionen Liter im Jahr zu melken. Der jetzige Betriebsstandort möchte er danach nur noch für den Ackerbau nutzen.
Seine Herde besteht vorwiegend aus Braunvieh, jedoch hat es auch einige Montbéliard dabei.
Im Stall haben wir die zwei Emerald-Töchter Romaine und Ritautain betrachtet, die beide in 305 Tagen über 10’000 Liter gaben. Außerdem sahen wir die Lacacy-Tochter Athene, die mit 90 Punkte Ex beurteilt ist und die zurzeit 50 Liter Milch pro Tag gibt. Weiter wurden uns Vin Ros Bastille und Pedigree Ecureuil vorgeführt, welche beide Stierenmütter sind.
Bei der Belegung der Kühe achtet der Betriebsleiter in erster Linie auf die Milchleistung. Außerdem setzt er vermehrt Schweizer Stiere ein, um den Eutersitz und die Langlebigkeit seiner Herde zu verbessern. Zudem verspricht er sich dadurch ebenfalls noch etwas Blutauffrischung, da französische Stiere vielfach auf dieselben Blutlinien zurückgehen.
Nach der Besichtigung der Kühe gab es noch den obligaten Apéro offeriert durch den Betriebsleiter.
 
Der zweite Betrieb, den wir besichtigen durften, war das Gaec des Ormeaux. Der Betrieb umfasst 290 Hektaren und es werden 480’000 Liter Milch mit 60 Stück Braunvieh gemolken. Die durchschnittliche Milchleistung der Herde liegt bei 9’100 Liter.
Von diesem Betrieb kam die bekannte Kuh Japonaise, eine Emory-Tochter, die in der Braunviehzucht dieser Gegend vor allem durch den hohen Eiweiss-Gehalt und schöne Kühe bekannt ist. Wir konnten einige direkte Nachkommen von ihr in diesem und im vorderen Betrieb bestaunen.
Dazu sahen wir Töchter von Vigor, Zeus CH und Premium. Bei der Auswahl der Stiere achtet der Betriebsleiter auf das Exterieur mit dem Ziel, die Langlebigkeit und die guten Fundamente zu fördern. Dabei spielt die Herkunft des Stieres keine grosse Rolle.
Leider verging auch auf diesem Hof die Zeit sehr schnell, sodass wir kurz später auch schon wieder aufbrachen und zum Weingut Château de Marsannay fuhren.
Auf diesem Weingut wurden wir durch den Weinkeller geführt. Man brachte uns die Weinkelterei näher und es wurde erklärte, durch welche Einflüsse der Geschmack eines Weines beeinflusst werden kann. Gleichzeitig degustierten wir sechs verschiedene Weine.
Danach ging es ein bisschen fröhlicher und mit grossem Hunger Richtung Dijon, wo uns ein exklusives Abendessen serviert wurde. Später stand es jedem frei, wie er den restlichen Abend gestalten wollte. Dabei liessen es sich einige nicht nehmen, das Nachtleben von Dijon auszuprobieren.
 
Nach einem ausgiebigen Morgenessen ging es weiter auf den Betrieb der Familie Loosli in Chazeuil. Der Grossvater vom heutigen Betriebsleiter ist vor einiger Zeit aus der Schweiz nach Frankreich ausgewandert, daher der schweizerisch anmutende Name.
Der 330 Hektar grosse Betrieb liefert 480’000 Liter Milch ab und wird vom Vater & Sohn bewirtschaftet. Die Braunviehherde besteht aus 55-60 Kühen, die eine durchschnittliche Leistung von 8’500 Liter aufweisen.
Uns wurde die älteste Kuh im Stall gezeigt, eine formatstarke Dallas-Tochter. Ebenfalls wurden uns zwei direkte Nachkommen von ihr präsentiert. Eine von diesen Töchtern ist eine Jolt-Tochter, die den 3.Platz an der Eurogenetique 2010 belegt hat. Von dieser Jolt-Kuh stand zudem eine tolle Bingo-Tochter im Stall, die in der 1. Laktation steht und im Euter mit 85 punktiert wurde.
Dazu sahen wir einige Familienmitglieder von Hucos-Tochter Aubépine. Hierzu gehörten zwei Vainquer-Töchter und eine 2-jährige Erstmelkkuh, die eine Gesamtbeurteilung von 82 Punkten vorzuweisen hat.
Nach diesem interessanten Stallrundgang neigte sich das Jungzüchterwochenende auch schon langsam dem Ende entgegen. Um 18.30 Uhr trafen wir wieder in Zug ein und somit war die sehr interessante Jungzüchterreise 2012 zu Ende.

««zurück