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Luzerner Jungzüchter 17.02.2013

 

Ausflug 2013

Am Wochenende vom 16. und 17. Februar 2013 besuchten die Luzerner Braunviehjungzüchter die drei Braunviehzuchtbetriebe Villiger Alikon, Schatt Feusisberg und Kälin Steinen. Im Anschluss der Betriebsbesichtigungen wurde in der bekannten Eventbar Horsesshoe in Arth gemütlich zu Abend gegessen und der Ausgang bis in die frühen Morgenstunden genossen.
Der Start der Betriebsbesichtigung legte der Braunvieh- und Holsteinzuchtbetrieb Villiger in Alikon hin. Auf dem Betrieb der Familie Villiger,  auch bekannt als Buchackerhof, stehen heute rund 75 Milchkühe sowie 45 Stück Jungvieh. Bekannt wurde der Betrieb unter anderem durch die Eros-Tochter Sabena, welche im Jahr 2006 in Verona zur Europa-Champion der Rasse Braunvieh gekürt wurde. Der Buchackerhof umfasst rund 30 ha und wird in einer Art Generationengemeinschaft geführt. Im Unterschied zur herkömmlichen Generationengemeinschaft werden die Betriebszweige Milchvieh und Aufzucht von Roland und Lukas Villiger geführt. Der Bereich Pouletmast, Futter- und Ackerbau wird von Hans Villiger geführt. Demzufolge führt der Buchackerhof zwei getrennte Buchhaltungen und die einzelnen Produktionsmittel werden untereinander verkauft bzw. gekauft. Durch eine Aufstockung der Milchliefermenge wurde der alte Laufstall vor drei Jahren erweitert. Beim Umbau hatte der Kuhkomfort höchste Priorität. Mit der Inbetriebnahme des Lely-Melkroboters gab es vor drei Jahren auch eine Veränderung in der Melktechnik. Im Weiteren werden seit dem Umbau die Rinder, welche im Durchschnitt mit 24 Monaten abkalben, wieder auf dem eigenen Betrieb aufgezogen. Der Betriebsleiterfamilie ist es wichtig, dass die Tiere möglichst früh beginnen Milch zu produzieren, was für Roland Villiger eine intensive Aufzucht im ersten Jahr voraussetzt. Dass die Kühe auf dem Betrieb von Familie Villiger nicht nur früh, sondern auch viel Milch produzieren, zeigt sich mit dem Herdedurchschnitt von 10‘000 kg der beiden Rassen. Für Roland Villiger ist es jedoch besonders wichtig, dass die Kühe ihre Milch während einer langen Lebensdauer produzieren. Bei der Auswahl der Stiere wird nicht nur auf die Auswertung des einzelnen Stieres geachtet, sondern auch auf die Kuhfamilie des Stieres.
Nach dem Mittagessen im Restaurant Feld in Feusisberg ging auf dem Betrieb von Familien Schatt in Feusisberg weiter. Familie Schatt bewirtschaftet in der Bergzone 1 einen 20 ha grossen Nebenerwerbsbetrieb und ist in der Braunviehzuchtszene kein unbekannter Begriff. Konnten Sie doch schon an zahlreichen nationalen Ausstellungen diverse Erfolge feiern. Nicht nur in den Exterieur- sondern auch in den Leistungsmerkmalen überzeugen die Tiere von Familie Schatt. Der Stalldurchschnitt liegt bei beachtlichen 9‘424 kg Milch mit 4.2 % Fett und 3.4 % Eiweiss. Zudem überschritten schon einige Kühe die 100‘000 kg Grenze. Kühe, welche bezüglich Exterieur wie auch in den Leistungen überzeugen sind zum Beispiel Schatt’s Ace Arizona (2.L 10‘010 kg), Schatt’s Wurl Walessa (1 L. 8‘406 kg), Schatt’s Denver Sindy (2. L 9‘150 kg) oder auch die Prunki Tochter Rosalie (2.L 9‘591 kg). Die Ace-Tochter Arizona gewann unter anderem den Schöneuter-Champion-Titel am Gotthardopen 2011 und belegte, wie auch Denver Sindy, den 3. Rang an der Bruna 2010. Die Wurl-Tochter Walessa, welche kurz vor ihrem zweiten Kalb steht, belegte im letzten Frühling den 2. Rang am Gotthard-Open. Nicht zu vergessen ist natürlich die zurzeit Trockenstehende Kuh Prunki Rosali, welche neben dem 1. Rang an der Swiss Expo 2010 bereits einige Abteilungssiege und Champion-Titel holte. Ein grosses Augenmerk richteten die Jungzüchter auf die Rinder von Familien Schatt. Sei das auf die Jet- und Jongleur-Tochter Joana bzw. Zoe, welche erst gerade an der Swiss Expo in Lausanne einen Doppelsieg ihrer Abteilung feiern durften oder auf die bekannte Schausiegerin Jolden Sassy, welche seit einiger Zeit im Besitz von Familie Schatt ist.
Von Feusisberg ging es nach Steinen zum Betrieb Kälin, welcher seit dieser Schausaison sicher für alle Luzerner Jungzüchter kein unbekannter mehr ist. Gewannen sie zum Beispiel an der Olma mit den Rindern Cafino-Calanda und Jongleur Jolanda den Champion-Titel sowie den Mention Honorable. Familie Kälin bewirtschaftet einen Milchwirtschaftsbetrieb mit Aufzucht. Der Betriebsleiter Paul Kälin amtet unter anderem als Experte an diversen Viehschauen. Zurzeit wird auf dem Betrieb ein neuer Laufstall gebaut. Die Milchkühe, Kälber und ein kleiner Teil der Rinder sind auf dem Heimbetrieb,  der grösste Teil der Rinder ist in einem Stall im Dorf eingestellt. Bei der Besichtigung der Kühe von Familie Kälin fiel die hohe Qualität aller Tiere auf. Jede Kuh vermochte in ihren Merkmalen zu überzeugen und alle Kühe wiesen durchs Band sehr gute Euter auf. Ein spezielles Augenmerk richteten alle auf die Glenn Tochter Glena. Glena, die Reserve Eutersiegerin vom Gotthardopen 2012, welche an der Bruna den zweiten und an der Betriebsmeisterschaft in Wattwil den ersten Abteilungsrang holte. Sie bestach im Stall durch ihr sehr hohes, breites und gut verbundenes Euter mit einem sehr guten Rahmen und Becken. Im Weiteren bestaunten die Luzerner Jungzüchter die frisch abgekalbte Jongleur-Tochter Jolanda. Jolanda, welche mehrmals Abteilungssiege an diversen Rinderausstellungen feiern konnte, präsentierte ein Euter, zwar noch mit ein wenig Fluss, aber mit einer vielversprechenden Zukunft. Gespannt waren viele Jungzüchter auf die Rinder Denzo Calanda und Amari Fortuna. Bei der Besichtigung wurde dann auch niemand enttäuscht. Beide Rinder stachen mit ihrem Typ und Entwicklung ins Auge. Fortuna wie auch eine weitere Amari-Tochter verkörperten das Exterieurstarke Vererbungspotenzial des eigenen Stieres Amari, welcher bei Swissgenetics steht und 188 Töchtern aufweist, bestens.
Nach einer sehr interessanten Betriebsbesichtigungstour wurde in der bekannten Eventbar Horseshoe gemütlich gegessen und der Abend bis in die frühen Morgenstunden genossen.
Die Luzerner Jungzüchter bedanken sich herzlich bei allen drei Betrieben für das Öffnen der Stalltür, für die gute Führung durch den Stall und Betrieb sowie für die super  Verpflegung auf jedem Betrieb und wünschen weiterhin viel Glück in Haus und Hof.

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